Sind Märchen geheime Botschaften?

Ein Weg der Freude

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Kelly

Sind M

Beitrag: # 32496Beitrag Kelly
14.01.2010, 12:41

Hallo Ihr Lieben :hi

Ich habe meiner Tochter und deren Freundinen als sie klein waren, sehr viele Märchen vorgelesen.
Auch ich und mein Bruder sind mit Märchen aufgewachsen.
Habe da niiiie einen Gedanken daran verschwendet, das Märchen eine Botschaft haben sollen.

Ich hatte vor langer Zeit mal einige Gespräche mit verschiedenen Mamas über Märchenerzählungen und seitdem lässt mich dieses Thema irgendwie nicht mehr los.
Vielleicht löst es sich ja aus meinen Gedanken, wenn ich es euch mitteile.


Es handelt sich um die 10 kleinen Negerlein.
Kennt Ihr diese Geschichte?
Auf jeder Seite geht ein kleines Negerlein verloren, bis zum Schluß nur noch eines übrig bleibt.

Alles gut und schön, werdet Ihr jetzt sagen.
Was soll daran beängtigend sein?

Tja ... ich finde es irgendwie schon.
Es werden da kleine "Negerlein" verletzt, fallen zu einem Hai ins Wasser, werden eingesperrt usw....,
stellt euch mal vor, diese Geschichte wäre mit "weißen" Kindern geschrieben worden!?
Nicht auszudenken, was das für ein Aufsehen erregt hätte.
Da diese Geschichte ja schon ziemlich alt ist, waren ja die Ansichten der Menschen dort noch eingeschränkter als jetzt.
Ich finde diese Geschichte sehr rasistisch!


Als ich mir dann alle Märchen mal so durch den Kopf gehen ließ, fiel mir auf, dass fast alle Märchen Gut & Böse vertreten.
Fast alle Märchen haben zwar ein Happy End, aber das Böse kommt in jeder Geschichte zum Zug.

Einige Beispiele:
Aschenputtel: das arme Mädchen wird gequällt und ausgenutzt .... Happy End für sie ..... den Stiefschwestern werden beide Augen ausgepickt.

Der Froschkönig: die Prinzessin wirft mit voller Wucht den Frosch gegen eine Wand und versucht ihn zu töten; dafür erhält sie sogar noch eine Belohnung: Ihren Prinzen.

Dornröschen: Das Böse löst einen 100jährigen Schlaf aus ... Macht über alles und jeden!

Rotkäppchen: Das Böse frießt die Großmutter und das Rotkäppchen, durch eine List.
dasselbe geschieht bei den Sieben Geißlein!

.................... und und und .....


Unsere Kinder wachsen somit mit dem Glauben auf, das das Böse viel Macht hat.
Man kann das Böse nur besiegen ...... und zwar mit Liebe!
(So wie wir es die ganze Zeit hier auch schreiben!!!)

Sollen die Märchen Vorbote auf das zukünftige Leben unserer Kinder sein?
Sollen die Märchen unsere Kinder gleich aufklären, das es Gut & Böse gibt?
Sollen die Märchen unsere Kinder mit Liebe stärken, um das Böse zu überwinden oder damit zurecht zu kommen?

Was für eine Botschaft haben die Märchenerzähler uns geben wollen?
Sind diese Botschaften der Märchen ein verschlüsselter CODE, so wie es im Moment überall "Code" oder "Secret" heißt?

Was haltet Ihr davon?

Ich habe mit einigen Müttern geredet, die noch kleinere Kinder haben, diese lesen ihren Kindern keine Märchen mehr vor, weil sie es für nicht sinnvoll halten, ihre Kindis schon mit zwei Jahren an das Böse heranzuführen.
Meine Patenkinder kennen auch nicht viele Märchen, weil meine Schwägerin der gleichen Ansicht ist.
Ich akzeptiere das und schaue auch im Fernseh keine Märchen mit ihnen an, wenn sie bei mir zur Übernachtung sind.

Bitte denkt jetzt nicht, ich habe einen Knall, aber mich hat das Thema schon seit längerer Zeit beschäftigt.

Ich würde gerne eure Ansichten zu Märchen erfahren.

Danke Euch :B


Alles liebe Kelly :P

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Kalle
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Beitrag: # 32503Beitrag Kalle
14.01.2010, 15:23

[align=center][font=Georgia]Hallo liebe Kelly
Mein Gefühl dazu sagt mir das in allem irgendeine Botschaft steckt
egal ob Kindermärchen oder Geschichten für erwachsene.
Du hast ja auch selbst schon angesprochen das es eigentlich immer ein Happyend gibt
in dem das gute ja doch noch über alles Siegt
das bei Kinder eigentlich sehr wichtig ist.
Bei erwachsenen Geschichten kommt es nicht immer vor
aber trotzdem finde ich das in allem etwas ist
das einem auf die Sprünge hilft
wenn man es erkennen darf.
Oft geht es mir so das ich mir wie du über etwas Gedanken mache
Abends schaue ich mir irgendeinen Film an
und es macht bei mir klick weil ich die Antwort bekomme
und nur weil ich mir z.b. einen ganz Normalen Spielfilm angeschaut habe.
Wenn man genau hinsieht bekommt man immer wieder irgendwelche Infos
die mit unserer Sache zutun haben.
Deshalb finde ich das man sich nicht vor allem verschließen sollte
denn nur so kann man sein wissen erweitern.
Dies ist meine Sichtweise dazu
was nicht unbedingt stimmen muss.
Liebe grüße
Kalle
:zwink [/font][/align]
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Margitta
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Beitrag: # 32504Beitrag Margitta
14.01.2010, 15:37

[align=center]Liebe Kelly
Kann die Meinung nicht so ganz teilen.
Wenn wir unseren kleinen eine rosa Brille aufsetzen verwehren wir ihnen die Möglichkeit zu unterscheiden.
Da es ja kein böse und gut gibt da es einer Wertung entspricht stecken in den Märchen schon Dinge die wir im leben mitnehmen durften.
Frag mal Erwachsene welches Märchen sie noch kennen was ihnen vorgelesen wurde.
Jeder kennt sie.Gerade jetzt zur Faschingszeit möchten die Mädels Prinzessin werden und dies kommt durch die Märchen es ist für sie eine kleine heile Welt immer lieb viel Schätze und Klemmer.
Wären die Märchen nicht gewesen hätten viele Kids keine Rolle in die sie sich reinversetzen würden.
Selbst die Hexe bei Hänsel und Gretel sagt aus das man nicht jedem der noch so lieb tut gleich das Vertrauen schenken sollte.
Ich habe die Erfahrung gemacht bei meinen zwei
Kids(aufpass Mama hihi )wenn ich Märchen vorlese ,kommen nach jedem viertem Satz Fragen und Feststellungen die ich dann Kindgerecht erklären kann.
Angst haben die zwei noch nie gehabt.
Margitta[/align]
Kein Problem wird gelöst,
wenn wir träge darauf warten,
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Kalle
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Beitrag: # 32506Beitrag Kalle
14.01.2010, 16:05

[align=center][font=Georgia]Hey Margitta
Soviel ich weis haben wir drei Söhne
ich war bei der Geburt dabei
kannste nicht abstreiten hihi

:Grin [/font][/align]
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Margitta
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Beitrag: # 32507Beitrag Margitta
14.01.2010, 16:11

[align=center]Soweit sind wir schon.Kalle denkt ich habe Alzheimer hihi ich schrieb doch( aufpass Mama)
Von Helena und Amelie.
Würde gern die Gesichter meiner Jungs sehen wenn ich denen mit 20 25 27 Märchen erzähle hihi
Margitta[/align]
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Lady
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Beitrag: # 32509Beitrag Lady
14.01.2010, 18:44

[align=center]
@Kelly, Aloha und guten Abend liebe Kelly

es erfüllt mich mit Freude zu erfahren, dass immer mehr verstehen was mit manchen Märchen angerichtet wird.
Allerdings haben die Märchen, gerade für die Erwachsenen, tatsächlich allesamt einen sehr wertvollen Inhalt.

Gerade Frauen in ihre Rollenspielen, finden sich sehr oft darin wieder und verstehen vielleicht gerade dadurch
in welchem Mustern sie selbst verstrickt und gefangen sind. Es sind wie so Vieles in der Welt nützliche Geschichten.

Hierzu empfehle ich immer wieder spezielles Buch, nämlich die Wolfsfrau von Clarissa Pinkola Estès und lege
es ebenso gerne Männern an's Herz, da es Ihnen hilft sich selbst und die Frauen in ihren Rollen zu verstehen

wie schon oft wiederholt, in dem Augenblick wo es vollständig verstanden wurde darf es sich auflösen
Namaste und vielleicht - irgendwann, irgendwer - viel Freude beim Lesen und entdecken. Namaste :D

[/align]
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sinus

Beitrag: # 32510Beitrag sinus
14.01.2010, 18:51

Hallo! Interessantes Thema!

Ich habe da oft drüber nachgedacht und denke immer wieder über Märchen nach. Letztens dachte ich, dass man früher solcherlei tiefe Weisheiten verpacken musste, weil das Wissen nicht offen ausgesprochen werden konnte. Also verpackte man es entsprechend. U. das Geniale ist, dass es haften bleibt. ICH denke, dass bei 'wahren' Märchen das Gute siegen MUSS, da doch das Gute stärker ist, als das Dunkle?

Du sprachst von Vertretern, die dich besuchen @Kelly*s

Da musste ich an den Wolf mit den sieben Geislein denken. Der Wolf frisst Kreide, um seine Stimme zu manipulieren, damit die Geislein ihm öffnen. Könnte man VIELL. auch auf die heutige Werbung beziehen -> Manipulation, um Einlass zu erlangen, damit wir dann doch letztlich uns ausbeuten lassen.

Heute kann ich Dinge schon offener sagen -> Vor einem halben Jahr war vieles für mich nicht möglich, in Foren auszusprechen. Heute wird man nicht gleich in Grund und Boden gestampft, wenn man esoterische Dinge, spirituelle Dinge oder auch einfach unliebsame Wahrheiten veröffentlicht.

Bei manchen Dingen merke ich aber, dass ein versteckter und dennoch auffindbarer Hinweis, zumindest für MICH immer wieder auch sicherer scheint.

Das von meiner Seite;-)

Kelly

Beitrag: # 32511Beitrag Kelly
14.01.2010, 19:03

:dan Euch für Eure Antworten und Euren verschiedenen Ansichten.

Also denke ich da doch nicht alleine so darüber!

Bin mal gespannt, was noch für weitere Beiträge kommen werden.

:ll :Kelly

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Margitta
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Beitrag: # 32512Beitrag Margitta
14.01.2010, 19:27

Habe hier auch noch was gefunden

Kinder brauchen Märchen
Die eindeutigen Botschaften regen die Kleinen zum Nachdenken an
Bereits zu Großmutters Zeiten - und lange davor -wurden Kindern Verhaltensweisen anhand von Erzählungen beigebracht. Auch damals wurden Geschichten in gute und böse Menschen und Handlungen unterteilt. Märchen vermitteln eine Botschaft und das Schöne daran ist, dass sie von Kindern verstanden wird. Märchenfiguren, ob Fee oder Teufel, helfen Kindern, die zu Welt verstehen und Konsequenzen zu erkennen.
Märchen trennen oft sehr genau zwischen gut und böse, und da Kinder gerade erst anfangen, sich gesellschaftlich zu orientieren, helfen ihnen die klar definierten Handlungsstränge. Die Schweizer Autorin Susanne Stöcklin-Meier kennt sich mit Märchen aus und gilt als Expertin in Bezug auf Wertevermittlung. Damit die Werteerziehung nicht bei gut gemeinten Appellen stehen bleibt, muss Susanne Stöcklin-Meier ihre Märchen lebensnah gestalten. Die Autorin ist der Meinung, dass gut gewählte Geschichten Kinder eher zum denken anregen als ein guter Rat.................
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/ ... index.html
Kein Problem wird gelöst,
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Martin Luther King

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Darnella
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Beitrag: # 32520Beitrag Darnella
15.01.2010, 07:46

Hui, wunderschönes Thema, das freut mich sehr.

Bei den Märchen bedenkt bitte: die Generationen, die mit den Märchen aufgewachsen sind, die waren zum Großteil noch sehr grobstofflich veranlagt. Es gab wenig Bezug zu Naturgeistern, dafür viel Prügelstrafe, keinerlei Kinderschutzbund, hohe Elternsterblichkeit und damit verbundene Zweitehen, Stiefeltern quälten ohne Skrupel ihre Stiefkinder (Aschenputtel, Dornröschen), Kinder verhungerten oftmals, oder wurden wg. Armut ausgesetzt (Hänsel und Gretel). Das war der Spiegel der damaligen Zeit, und ich bitte Euch von Herzen, die Märcheninhalte im damaligen Kontext zu sehen, die die gesellschaftlichen Zustände in Form von Geschichten wiedergespiegelt haben.

Umgekehrt bedeutet es, daß wir heutige Eltern die einstigen Märchen Stück für Stück in modernere Versionen übertragen sollten, um den heutigen, viel feiner gestrickten Kinderseelen nahe zu kommen und den Kontext der neuen Zeit einfließen zu lassen. Es gibt wunderschöne Kinderbücher mit Elfen, Feen, Zwergen, Naturgeistern, die für die etwas feinere Zeit heute sehr viel passender sind. Und die unseren Kindern ein Törchen in die neue Zeit öffnen können, und ihr Bewusstsein dorthin lenken können, so daß sie es vielleicht sogar einfacher haben, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Einige unserer heutigen Schamanen haben sich die Kenntnisse über die Naturwesen erst mühsam wieder anarbeiten müssen, nachdem ihnen von ihren damaligen Erwachsenen eingebleut wurde, daß es sowas ja gar nicht gibt.

Dann noch etwas, was mir auf dem Herzen liegt. Habt Ihr schonmal nachgedacht, was es für Auswirkungen hat, wenn wir unseren heutigen Kindern die Mär vom Nikolaus, Weihnachtsmann oder Osterhasen erzählen? Jahre später stellen die Kinder dann fest, daß es sie ja gar nicht gibt, sondern daß es die Eltern oder die Verwandten waren, die die Geschenke brachten. Die meisten Kinder nehmen das gelassen zur Kenntnis. Doch im Grunde ist da ein kleiner Vertrauensbruch vorhanden. Sie wurden von uns "Großen" im Grunde genommen angeschwindelt. Und ich kanns ihnen nicht mal verübeln, wenn sie uns "Großen" dann andere Dinge, die vielleicht sogar weitaus wichtiger wären, auch nicht mehr ganz glauben können. Ein Beispiel: einige junge Menschen glauben uns Großen nicht mehr, daß z.B. Drogenkonsum etwas schlechtes sei, und wollen lieber selbst ihre eigenen Erfahrungen damit machen. Teilweise kann ich das Verhalten auch verstehen, denn sie wurden in der Vergangenheit von uns ja auch schon belogen. Und wenn es die Mär vom Weihnachtsmann schon nicht gibt, wie schaut es dann bei der Mär von den bösen Drogen aus...?


Ich glaube da haben wir Eltern (oder auch Großeltern) noch eine ganze Menge zu tun. :wink


Liebevolle Grüße
Aurelia


PS: mein Indigo-Sohn machte mich eines Tages humorvoll drauf aufmerksam, daß die heutigen Märchen ansich so beginnen sollten: "Es war einmal in einer weit, weit entfernten Galaxie...."

Was zu mir gehört, kann ich nicht verlieren
und was nicht zu mir gehört, kann ich auch nicht halten.


sinus

Beitrag: # 32525Beitrag sinus
15.01.2010, 17:53

Für mich sind die Märchen Archetypen, oftmals und ich deute die Erzählungen nicht so, dass sie genau den Kontext der Zeit widerspiegeln, sondern eher tiefe Zusammenhänge menschlichen Handelns, welches durch die Traumtisierung und Abspaltung unserer vergangenen Generationen hervorgerufen wurden. Abgründe, die dort aufgegriffen werden, passieren täglich - auch und gerade bei uns um die Ecke. Ich denke, dass trotz einer Erhöhung der Gesamtschwingung, in unserem Alltag ne Menge Quälerei - auch psychisch - stattfindet.

Zu dem Weichnachtsmann:

Den soll es ja geben, sagt Maria von
http://www.puramaryam.de/weihmann.html

;-) Ps: Man kann also nur betrügen, wenn man es nicht fühlt, was man sagt.. Ich möchte damit nichs endgültig festlegen, sondern nur vermerken, dass man viell. nicht immer sicher sein sollte, dass die Dinge immer genau so sind, wie man MEINT, dass sie sind*g

aleya

Beitrag: # 32546Beitrag aleya
16.01.2010, 20:42

aloha

spannende unterhaltung.

ich muss mich hier mal outen ich glaube an märchen und an ihre kraft botschaften zu vermitteln.
und ich glaube ehrlich dass ein märchen mit unseren kindern weniger anstellt als der andere kram mit dem sie in fernsehen schule un dkindergarten und den modernen spielsachen konfrontiert werden.

ich kenne nur ein einziges märchen das schlecht ausgeht bzw nicht damit dass alles gut geht
alle anderen enden damit dass das gute siegt, träume wahr werden, einfache mädchen prinzessin werden, die guten belohnt werden, usw usf.
ich glaube unsere kinder verstehen märchen tausendmal besser als wir sie denken sie nicht sie fühlen sie.intuitiv begreifen sie die bilder und den inhalt ohne intellektuell alles zu zerpflücken. sie begreifen dass das gute belohnt wird dass es eine möglichkeit gibt das dunkle zu besiegen und dass träume wahr werden können. ich finde das schön ich bin mit märchen und geschichten aufgewachsen und ich liebe sie auch heute noch. ein volk und eine kultur lebt auch von den eigenen geschichten und märchen gehören dazu. mit geshcichten wird wissen mündlich weitergegeben das nicht verloren gehen soll. ich denke die essenz ist wichtig und kinder werden sie begreifen, weil sie schlauer sidn als wir :o)

alles liebe

aleya

Elias Erdmann

M

Beitrag: # 41169Beitrag Elias Erdmann
01.06.2013, 18:03

Hallo allerseits,

die Diskussion in diesem Thread ruht zwar schon seit einiger Zeit, aber ich denke, dass die Thematik als solche immer noch aktuell ist.

Die Frage, ob Märchen geheime Botschaften sind, kann man nicht pauschal beantworten, weil es ganz unterschiedliche Arten von Märchen gibt bzw. weil die Märchen eine ganz unterschiedliche Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte haben. In manchen Märchen sind Fragmente älterer Mythen und Vorstellungen enthalten, die tatsächlich eine verborgene symbolische Bedeutung haben. Andere Märchen sind hingegen reine „Kunstprodukte“, bei denen die typischen Motive ohne Rücksicht auf irgendeine symbolische Bedeutung zusammengefügt wurden.

Die Märchen der Brüder Grimm sind in dieser Hinsicht ein Sonderfall. Die Brüder Grimm haben diese Märchen nämlich nicht nur gesammelt, sondern sie gingen davon aus, dass diese Märchen die Trümmer älterer Mythen seien und sie haben deshalb versucht, die ursprünglichen mythischen Grundmotive wieder zu rekonstruieren.

Gerade deshalb, weil die deutschen Volks-Märchen auf den ersten Blick sehr „harmlos“ aussehen, konnten in ihnen einige Vorstellungen und Motive aus vorchristlicher Zeit überleben, aus der deutschen Mythologie, aus den antiken Mysterienkulten und auch aus dem Umfeld der gnostischen und hermetischen Seitenlinien des Christentums.

Der religiöse Grundcharakter wird z.B. deutlich, wenn wir die Märchen Schneewittchen oder Dornröschen betrachten. In diesen Märchen können wir beispielsweise das typische Motiv von „Tod und Auferstehung“ wiedererkennen. Im Märchen von Frau Holle gelangt man über einen Brunnen in die andere Wirklichkeit. Das entspricht der Vorstellung, dass man das Jenseits oder die Welt der Geister und Götter über Brunnen und Quellen erreichen kann. Der Brauch, dass man Münzen in einen Brunnen wirft, hängt auch mit dieser alten Vorstellung zusammen. Usw.

In diesem Sinne sind unsere Volksmärchen tatsächlich verhüllte Botschaften aus einer vergangen Zeit, die nur deshalb überleben konnten, weil sie verhüllt gewesen sind. Wenn sie nicht so „harmlos“ ausgesehen hätten, dann wären sie mit Sicherheit der kirchlichen Zensur zum Opfer gefallen.

Es gibt aber auch noch einen anderen interessanten Effekt, wenn wir der Frage nachgehen, warum diese Märchen über Jahrhunderte weitererzählt wurden, obwohl die zugrunde liegenden Vorstellungen und verborgenen Botschaften schon lange vergessen waren. Diese Märchen sprechen eine unbewusste/verborgene Schicht IN UNS an. Wenn wir die Märchen weiter erzählen, dann fließt immer auch etwas von dieser unbewussten/verborgenen Schicht mit ein, weil wir ganz automatisch die Motive betonen und verstärken, die besonders stark angesprochen haben. In diesem Sinne sind die Märchen auch Botschaften aus unserer unbewussten/verborgenen Schicht.

Wenn man die Märchen nutzt, um einen Zugang zu dieser unbewussten/verborgenen Schicht zu bekommen, dann wird sehr schnell klar, warum so viele antike Lehren in symbolische und mythologische Bilder gekleidet sind. Die religiösen Vorstellungen wurden gar nicht symbolisch verschlüsselt, um sie geheim zu halten, sondern es sind gewissermaßen „Übungstexte“, an denen wir lernen können, wie wir Zugang bekommen zu der unbewussten/verborgenen Schicht IN UNS. Wenn wir diesen Zugang bekommen, dann ist es so, als ob etwas in uns wiedererweckt würde bzw. wiederauferstehen würde – etwas, was uns als „tot“ erschien, weil wir keinen Zugang dazu hatten.

Herzliche Grüße

Elias

https://profiles.google.com/EliasErdmann/about
Ein älterer Text von mir zu dieser Thematik:
http://de.scribd.com/doc/9386132/Elias- ... ornenhecke

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