6.1. Dreikönigstag

Die Menschen und ihre Glaubensrichtungen

Moderatoren: thomas, Lady, traude52, Margitta, Kalle, Globale Moderatoren

Antworten
Claudia

6.1. Dreikönigstag

Beitrag: # 5640Beitrag Claudia
06.01.2007, 16:00

E n t s t e h u n g

Kaspar, Melchior und Balthasar


Von den vier Evangelisten berichtet nur Matthäus davon, dass aus dem Morgenland (Osten) Weise (Magier, Sterndeuter) kamen, den König der Juden suchten und dem Kind in der Krippe huldigten. Weil drei Geschenke (Gold, Weihrauch, Myrrhe) gebracht wurden, schloss man im 3. Jahrhundert, dass es auch drei Weise gewesen sein müssten. Im 9. Jahrhundert wurden aus den Sterndeutern Könige. Die Erscheinung des Erlösers war für die Christen derart bedeutend, dass daraus eine "Epiphanie" (glanzvolle Erscheinung, Offenbarung Gottes) wurde. Dies musste mit Königswürden vor sich gehen.
Die Erzählung des Matthäus muss im Licht jahrhundertelangen Wartens der Juden auf den Messias gesehen werden. Im Psalm 72, Verse 10.11 wird dieses Geschehen vorausgesehen:
"Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben. Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen."
Hier noch einiges in Stichworten: Am 6. Januar hat bis ins Mittelalter hinein das Neue Jahr begonnen. Ende der Adventszeit. Der Dreikönigstag, das Fest der Erscheinung, des Offenbarwerdens der Gott- und Königswürde Christi. Das zweite Hoch-Fest der Weihnachtszeit, der Tag der Taufe Christi.
Es ist auch das Dreikönigsfest, das Fest der drei Magier oder Weisen aus dem Morgenland, von deren Reise hinter dem Stern her das Evangelium dieses Tages erzählt. Die drei Magier, Kaspar, Melchior und Balthasar, sind der weiten Reise wegen, die sie vom Morgenland nach Bethlehem unternommen haben, die Schutzpatrone der Reisenden, und wenn ein Wirtshaus Zur Krone heisst, Zum Stern, Zum Mohren oder zu den Drei Königen, so ist es nach ihnen genannt. Ihre Gebeine sind 1163 vom Morgenland nach Köln in den ihnen zu Ehren gebauten Dom gebracht worden, und diese Reliquien haben zu Dreikönigsspielen in Kirchen und Klöstern angeregt, aus denen sich im Laufe des Mittelalters das Sternsingen entwickelt hat.
Sternsingen: Am Vorabend des Dreikönigstages ziehen Kinder durch Dörfer und Städte, als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet und mit dem grossen goldenen Stern an langen Stangen. Sie singen vor Häusern und Höfen ihr Sternsingerlied und bekommen dafür Weihnachtsgebäck, Obst oder Geld. Manchmal ist mit dem Sternsingerlied auch ein kleines Spiel verbunden, das sich auf die Geschichte der Heiligen Drei Könige bezieht. Heute ziehen die Sternsinger oft durch die Gemeinde und sammeln gezielt für einen wohltätigen Zweck. Die Überlieferung schreibt den Heiligen Drei Königen starke Schutzkräfte zu. Sie sollen Schicksalsschläge und alles Böse von Mensch, Haus und Vieh abwenden. Am Gross-Neujahr, wie dieser Tag früher genannt worden ist, schreibt deshalb der Pfarrer oder der Hausvater die Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige über die Tür, und setzt drei Kreuze und die Jahreszahl dazu. Das kann auch anders gedeutet werden: die drei Kreuze werden als dreifacher Hammer des Donnergottes Thor betrachtet, und die drei Buchstaben CMB bedeuten für den frommen Christen: Christus mansionem benedicat, Christus möge mein Haus schützen.
Als Wetterorakel legte man früher eine halbierte, mit Salz bestreute Zwiebel auf das Fensterbrett. Dann deutete man aus der Trockenheit bzw. Feuchtigkeit die durchschnittliche Wetterlage des kommenden Jahres.
In Frankreich ist es Brauch, im Kuchen für den heutigen Tag eine Bohne mit einzubacken, die Glück bringen soll. Vor allem für Kinder macht es Spass, denn wer sie findet, ist der "Bohnenkönig" und bekommt eine goldene Pappkrone auf. Man kann auch drei verschiedene Bohnen einbacken: wer die schwarze Bohne findet, der darf an diesem Tag den Mohren Balthasar spielen, wer die graue in seinem Stück Kuchen entdeckt, der ist der König Melchior; die weisse Bohne ist für den König Kaspar.

http://www.christentum.ch/dreikoenigstag.htm

Antworten