Alles ist nur Übergang

Reinkarnation, Jenseitskontakte u.s.w.

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Emely

Alles ist nur Übergang

Beitrag: # 7766Beitrag Emely
04.03.2007, 18:44

Dies ist ein Script von einem Vortrag von Dr. Alois Dreizehnter in Radebeul (bei Dresden), bei dem ich dabei war. Die Internetadresse ist sicher auch ganz interessant.

:Emely

Dr. Alois Dreizehnter Wang 42, 83567 Unterreit
T 08073/915182, F 915184
Kosmopsychologe® E-mail: Alois13.@gmx.net
Verleger Alois13@online.de
Heilpraktiker www.eutopia.de

Alles ist nur Übergang

Über das Leben nach dem Leben

Der Monat November, wenn die Natur in den Winterschlaf geht, was wie ein Sterben aussieht, dieser Monat November erinnert uns immer wieder an den Tod: wir haben Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag, und wo - wie oft in Bayern - der Friedhof noch rings um die Kirche ist, kommen die Angehörigen der Verstorbenen auf dem Friedhof zusammen. Als Dorforganist wundere ich mich immer wieder, dass z. B. an Allerseelen mehr Leute in der Kirche sind als an Weih¬nachten. Und manchem stellt sich dabei die Frage: Was ist eigentlich der Tod?
Diese Frage muss heute mit besonderem Nachdruck gestellt werden, weil der Tod so gar nicht in unsere Spaß-Gesellschaft passt. Wir verdrängen ihn so gut es geht aus unserem Bewusstsein, verbannen ihn in Krankenhäuser und Altersheime, denken gern: das ist doch nur was für alte Leute, und die Momente, wo wir durch den Tod eines nahe stehenden Menschen, der vielleicht gar nicht alt war, erschreckt werden, überspielen wir sehr schnell.
Fragt man gar: was kommt nach dem Tod? dann bleibt uns fast jeder eine Antwort schuldig.
Bertolt Brecht hat gedichtet: Lasst euch nicht betrügen, es gibt keine Wiederkehr. Und die meisten Menschen in unserer Gesellschaft, in der zwar von unseren Politikern immer wieder die christlich-abendländischen Werte hervorgehoben werden, sind dennoch wie Brecht der Meinung, dass der Tod das Ende von allem ist. Und selbst unsere Geistlichen – ich muss mir ja bei Totenmessen immer ihre Predigten anhören – sagen, sie wüssten nicht, was nach dem Tod geschieht, aber sie glauben, dass die Toten irgendwie bei Gott sind. Klare Vorstellungen haben auch sie nicht.
Es gibt dazu einen alten Theologenwitz: zwei Geistliche streiten sich über das Jenseits. Sie haben völlig abweichende Vorstellungen. Deshalb vereinbaren sie: wer zuerst stirbt, erscheint dem anderen im Traum und sagt ihm, wer Recht hatte. Einer stirbt dann, erscheint dem anderen im Traum und sagt nur zwei Worte: totaliter aliter – völlig anders.
Doch lässt sich sehr wohl wissen, was der Tod bedeutet und was danach für uns Menschen kommt.
Woher kommt dieses Wissen? Ist es wissenschaftlich beweisbar? Niemand ist doch bisher aus dem Jenseits zurückgekommen.
Ein Kriterium der Wissenschaftlichkeit ist die Wiederholbarkeit einer Sache. Das scheidet in diesem Falle aus. Unser Wissenschaftsbegriff ist hier nicht anwendbar. Das braucht uns aber nicht weiter zu stören, denn das gilt für die meisten Dinge unseres Alltags.
Aber es gibt andere Quellen und andere Methoden, etwas über den Tod und das Leben danach zu erfahren. Einmal steht viel darüber in den so genannten Heilige Schriften der Völker, und es gibt Totenbücher quasi als Wegweiser durch das Jenseits: ägyptisch, tibetisch usw.
Was aber noch mehr zählt, sind die persönlichen Erfah¬rungen vieler Menschen, z. B. die schier zahllosen Berichte über Nahtoderfahrungen. Diese Erlebnisse mit einem erhöhten Adrenalin-Ausstoß erklären zu wollen, ist nicht nur lächerlich, sondern auch unwissenschaftlich.
Dann gibt es die Kontakte mit bereits Verstorbenen, entweder unmittelbar oder medial vermittelt. Wir begegnen Verstorbenen in unseren Träumen.
Wenn uns z. B. Verstorbene direkt oder durch ein Medium
Informationen übermitteln, die einem selbst unbekannt sind, aber überprüfbar, dann ist dies Beweis genug.
Es gibt eine Fülle von Literatur mit solchen Berichten und Beweisen. Ich werde am Ende eine Liste solcher Bücher vorlegen.
Ein berühmtes Beispiel ist das Buch von Dr. med. Carl Wickland, Thirty Years Among The Dead (30 Jahre unter den Toten), Los Angeles 1924, das auch in einer deutschen Ausgabe vorliegt. Seine Frau war stark medial. Er nahm sich so genannte psychiatrisch Kranke vor, die in Wirklichkeit nur von Seelen Verstorbener besetzt waren, behandelte sie mit einem leichten Stromstoß, so dass die Verstorbenen aus dem Körper auf seine Frau übergingen. Dann konnte er mit ihnen reden und sie überzeugen, dass sie tot sind und in andere Sphä¬ren gehen sollen. Einen Teil der Gespräche mit diesen Toten hat er in obigem Buch veröffentlicht.
Außerdem stütze ich meine Ausführungen auf meine persönlichen Erfahrungen, die ich im Laufe vieler Jahrzehnte gesammelt habe.
Für mich ist nach alldem sicher: unser Bewusstsein hört nicht auf und überdauert unseren physischen Tod.
Mancher könnte jetzt fragen: Warum ist es wichtig, dies zu wissen? Reicht es nicht, einfach zu leben?
Dieses Wissen um den Tod ist sowohl für uns selbst wie für Sterbebegleitung wichtig, denn nur wer den Tod kennt, kann richtig leben und Sterbende von ihrer Angst befreien.
Was und wie ist der Tod?
Die Lösung vom physischen Körper ist ein langsamer Prozess. Selbst die Medizin unterscheidet zwischen Herztod, Hirntod und Zellentod. Und wir wissen, dass bei Toten die Haare und Nägel weiter wachsen. Auch andere Körperfunktionen können nach dem Tod noch ausgeführt werden. So wurde z. B. 1401 in Hamburg der berühmte Seeräuber Klaus Störtebecker zusammen mit seinen Matrosen hingerichtet. Störtebecker hatte sich ausbedungen, dass alle, an denen er nach der Enthauptung noch vorbei schreitet, frei gelassen werden. Nach seiner Enthauptung schritt er tatsächlich die Reihe seiner Matrosen ab und hätte vielleicht alle retten können, wenn ihm nicht der Henker einen Knüppel zwischen die Beine geworfen hätte.
Da früher öfters Scheintote begraben wurden, findet heu¬te in der Regel die Bestattung erst nach drei Tagen statt.
Freilich erschrecken wir heute, wenn Tote sich noch bewegen. Vor Jahrzehnten ist so z. B. ein tragikomischer Unfall passiert. Auf der B 40 von Saarbrücken nach Kai¬serslautern war ein Kleinlaster unterwegs, der Särge transportierte. Unterwegs nahm er einen Anhalter mit. Es regnete stark, so dass der Anhalter sich einfach in einen der Särge legte. Später stieg ein zweiter Anhalter hinzu. Da hob der erste den Sargdeckel und fragte, ob es noch regne. Der andere erschrak so sehr, dass er vom fahrenden Laster absprang und sich beide Beine brach.
Für unsere medizinische Wissenschaft besteht der Mensch lediglich aus einem physischen Körper. Für sie sind Gefühle und Denken nur Funktionen dieses Körpers. Wir wissen aber, dass der Mensch mehrere Körper hat, die man auch als Schichten bezeichnen kann. Manche zählen sogar sieben Stück. Diese verschiedenen Körper oder Schichten sind beim lebenden Menschen freilich so miteinander verzahnt und verflochten, dass wir sie als eine Einheit empfinden.
Beim Tod trennen sich diese Körper zunächst in zwei Teile: in den physischen Körper und einen Energiekörper, den ich Astralleib nennen möchte. Der physische Körper steckt im Energiekörper wie die Hand im Handschuh. Wenn wir z. B. einen Teil unseres physischen Körpers durch Unfall oder Operation verlieren, bleibt der Energiekörper er¬halten. Das ist der Grund für die Phantom¬schmerzen Amputierter. Mit Hilfe der Kirlian-Fotografie ist dieser Energiekörper sogar noch zu sehen. Für Tiere, die in der Lage sind, verlorene Körperteile wieder nachwachsen zu lassen, ist dieser Energiekörper sozusagen die Blaupause für die Rekonstruktion des verlorenen Körperteils.
Wir nennen den Schlaf oft einen kleinen Tod oder den Bruder des Todes. Der Vergleich zwischen Schlaf und Tod findet sich überall in der Literatur, wir hören davon bei Sokrates, bei Cicero und in zahllosen Gedichten. Tatsächlich geschieht im Schlaf häufig dasselbe wie im Tod: der Energiekörper, der Astralkörper löst sich vom physischen Körper. Freilich bleiben beide Körper durch eine Art Nabelschnur miteinander verbunden, die man Silberschnur nennt. Wenn wir manchmal Flugträume haben oder im Traum fallen oder wenn wir mit einem Ruck aufwachen, dann hat eine solche Trennung stattgefunden, und der Energiekörper kehrt mit einem Ruck in den physischen Körper zurück. Man nennt diese Trennung auch Astralreise. Bei neurotischen Menschen oder auch bei Schock kann diese Trennung auch bei vollem Bewusstsein eintreten. Astralreisen kann man aber auch einüben, und vor allem Schamanen beherrschen sie. Oft sieht man dabei seinen physischen Körper unter sich liegen. Das berichten z. B. Menschen, die bei einem Unfall klinisch tot waren. Solange aber diese Nabelschnur besteht, kehrt der Astralkörper immer wieder in den physischen Körper zurück. Erst wenn die Silberschnur durchtrennt ist, tritt der Tod ein.
Der physische Körper, der noch eine Weile von Naturwesen teilweise in Gang gehalten wird, bis sie ihn alle verlassen haben, zerfällt nach der Trennung rasch, wobei es auch hier Ausnahmen gibt, denn manche Körper bleiben unversehrt erhalten, z. B. der von Bernadette Soubirous (1844 – 1879), der in Lourdes im Jahre 1858 die Madonna erschienen war.
Vor diesem Moment, der Trennung des Astralkörpers vom physischen Körper, den wir als Tod bezeichnen, haben die meisten Menschen Angst. Manche verdrängen den Gedanken an den Tod und werden vielleicht sogar wütend, wenn jemand davon spricht. Deshalb gibt es den Witz, dass bei einer königlichen Tafelrunde einer im Gespräch sagt: Na ja, wir müssen ja alle mal sterben. Darauf blickt ihn der König scharf an, und er sagt: Vergebung, Majestät, fast alle, wollte ich sagen.
Die Angst der Menschen ist natürlich, denn alles Leben möchte erhalten bleiben. Pflanzen, Tiere und Menschen schützen sich deshalb vor ihrer Vernichtung. Die Angst vor dem Tod hat auch einen riesigen Industriezweig entstehen lassen: nämlich das Gesundheitswesen mit den Praxen der Ärzte, den Krankenhäusern, Sanatorien, pharmazeutischen Firmen und mit dem ganzen Markt der Nahrungsergänzungsmittel und alternativen Heilkunde. Ärzte behandeln noch mit teuren Geräten und Mitteln und aufwendigen Methoden Sterbende, auch wenn klar ist, dass sie nie wieder in ein normales Leben zurückkehren werden.
Seit Jahrtausenden setzen sich die Menschen auch in der Kunst mit dem Tod auseinander. Dabei finden sich viel Witz, Spott, Ironie und Verniedlichungen, alles Ver¬suche, dem Tod das Schreckliche zu nehmen. Diese Auseinandersetzung mit dem Tod hat aber auch unschätzbare Werke geschaffen, angefangen von den weltweit verbreiteten Totenkulten bis hin zu Höhepunkten der Musik, z. B. dem Requiem von Mozart.
Wie sollen wir mit dem Tod und unserer Angst davor umgehen? Unsere Stellung zum Tod zeigt unser Verhältnis zum Leben. Als Sokrates von Athen im Mai des Jahres 399 vor Christi Geburt den tödlichen Schierlingsbecher nahm, zu dem er verurteilt worden war, sagte er zu einem Freund: Vergiss nicht, dem Asklepios einen Hahn zu opfern, denn diesem Gott der Heilkunst opferte man einen Hahn, wenn man von einer schweren Krankheit genesen war. Also betrachtete er das Leben als Krankheit und den Tod als Erlösung davon. Ein solches Verhältnis zu Leben und Tod finden wir öfters in der an¬tiken Welt. Auch sein Schüler Platon sagte: soma – sema = Der Körper ist ein Grabmal. Ähnlich lesen wir im berühmten Somnium Scipionis bei Cicero im 1. Jahrhundert v. u. Z., in dem Scipio aus dem Jenseits spricht: Hier leben, die den Fes¬seln des Körpers wie aus einem Gefängnis entflohen sind, denn euer so genanntes Leben ist in Wirklichkeit der Tod (Cicero, De Re Publica, VI 14).
Freilich gibt es auch andere Töne. In Homers Odyssee, etwa um 700 v. u. Z., trifft Odysseus den Achilles, den Helden von Troja, in der Unterwelt. Er sagt zu Odysseus: Be¬chönige mir nicht den Tod, strahlender Odysseus. Lieber würde ich als Knecht einem armen Manne, der selbst wenig Einkommen hat, dienen, als über alle vermoderten To¬ten herrschen (Homer, Odyssee, XI 488 – 491). Ebenso verherrlichten im 5. und 4. Jahrhundert die Hedonisten, deren oberstes Lebensziel die hedoné = die Lust war, das Leben, was sich in verfeinerter Form bei Epikur aus Samos (341 – 271) und seinen Schülern fortsetzte. Auch der größte Dichter Roms, Horaz, lebte im 1. Jahrhundert v. u. Z. nach diesem Motto, was er u. a. in seinem berühmten Gedicht Carpe diem zum Ausdruck brachte: Pflücke den Tag (carpe diem) und verlass dich möglichst wenig auf den nächsten! (Carmina 11).
Viele Religionen machen sich die Angst der Menschen zunutze, um sie zu gängeln und sie zu beherrschen. Sie schüren auch die Angst vor einem Gericht, einer Bestrafung nach dem Tod, und die Katholische Kirche droht sogar mit einer ewigen Verdammnis, der Hölle. Das hat sich offenbar im Mittelalter verschärft. Es ist bemerkenswert, dass z. B. Jesus am Kreuz bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts als herrschender König dargestellt wurde. Erst dann hat man ihn als Leiche abgebildet, zuerst vermutlich im Dom zu Naumburg um 1260. Im Mittelalter wurde auch aus dem Gott Saturn, einem Gott der Saaten, die Darstellung des Todes als Sensenmann, als Gerippe mit einer Sense in der Hand. Makabre Totentänze, Beinhäuser aus Knochen entstanden und ähnliche Dinge mehr, vor allem nachdem die Pest-Epidemien in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts rund ein Drittel der gesamten europäischen Bevölkerung dahinraffte. Den Gläubigen wurde gepredigt, dass sie immer den Tod vor Augen haben soll¬ten, und in allen Häusern sollte ein Kruzifix hängen, also ein Kreuz mit dem toten Jesus.
Wie sollen wir nun mit dem Tod und unserer Angst davor umgehen?
Vor 50 Jahren habe ich als Student der Theologie folgendes Gedicht geschrieben:

An den Tod

O Tod,
du größter meiner Brüder,
wie lieb' ich dich!
Mein ganzes Leben soll nur sein
ein Warten deiner Lust,
ein Harren auf dich, Tod.

Oh, welch ein Rausch,
wenn sich der Leib
der Wollust seines letzten Schmerzes
hingibt ...,
und die Seel',
berauscht von deiner Seligkeit,
hinsinkt und fällt
ins urgrundtiefe,
weite,
ew'ge
Meer der Gottheit!
Wenn ihr der Fall
die Sinne raubt -
Oh, süße Ohnmacht,
süßer Schlaf
in warmen Vaterarmen!
Wie wird die Seele jauchzen,
ganz im tiefsten Sein
sich hinzugeben
und im Verluste ihrer selbst
sich tausendfach
zu mehren und zu finden! -

Oh, Rausch des Todes,
letzter Schmerz,
durchbebt von Seligkeit!

Ach, süßer Tod,
ach, lass mich dich genießen,
austrinken deinen Trank,
mein Tod! - - -

(Dreizehnter, Geistliche Gedichte, S. 83)

Diese Todessehnsucht, die man oft bei Mystikern oder Asketen findet, ist sicher nicht der richtige Umgang mit dem Tod. Wir sollten vielmehr folgendes bedenken:
Wir Menschen sind unsterbliche Wesen, die nur vor¬über¬gehend einen Körper annehmen, um bestimmte Erfahrungen zu machen, die wir ohne ihn nicht machen könnten. Wir sind nur Gast auf Erden heißt es in einem bekannten Kirchenlied (Georg Thurmair/Adolf Lohmann 1935).
Wir haben vor diesem Leben gelebt und wir werden nach diesem Leben weiter leben. Der Tod ist lediglich das Wechseln in eine andere Lebensform, in eine andere Dimension. Wenn die Zeit gekommen ist, geben wir unseren Körper sozusagen ab wie einen Mantel an der Garderobe, weil wir ihn nicht mehr brauchen. Der Tod ist keine Bestrafung, keine Folge der Ursünde im Paradies, sondern etwas völlig Natürliches, auf das wir uns schon bei der Geburt eingelassen haben. nascentes morimur – bei der Geburt sterben wir, sagt ein römischer Dichter (Manilius, Astronomica IV 16, 1. Jahrhundert). Wer recht zu leben versteht, der versteht auch zu sterben. Das Normale wäre, ein erfülltes Leben zu verbringen und dann, wenn man erlebt und getan hat, was im eigenen Lebensplan war, seinen Körper abzugeben.
In der Regel gibt es mehrere Gelegenheiten im Leben eines Menschen, bei der er aussteigen kann. Aber oft entscheiden sich Menschen bei einer solchen Gelegenheit, doch noch bis zur nächsten Station weiterzumachen. Denn das Ende unseres Lebens ist nicht etwa von einem Gott oder Schicksal vorher bestimmt, sondern legt die Seele selber fest. Und da gibt es verschiedene Möglichkeiten, in der Regel 4 - 5. Wie oft erleben wir, dass jemand dem Tod durch Krankheit oder Unfall so nahe ist, dass jeder mit seinem Abgang rechnet; doch dann wird er wieder gesund oder überlebt den Unfall wider alle Erwartung. Mancher von Ihnen ist sicher selbst auch schon in akute Lebensgefahr geraten und hat über¬ebt. Menschen, die bewusst leben, wissen genau, wann sie sterben. Ein bekanntes Beispiel: der Yogi Paramahansa Yogananda hielt am 7. März 1952 in Los Angeles einen Vortrag und verkündete, dass er anschließend sterben werde. Danach legte er sich nieder und verließ seinen Körper. Es gibt aber viele andere Beispiele dieser Art.
Leider leben die meisten Menschen nicht in einem solchen Bewusstsein. Sie wählen deshalb einen Unfall oder eine Katastrophe oder eine der so genannten unheilbaren Krankheiten, um aus ihrem Körper aussteigen zu können. Wer die Dramatik liebt, wählt einen Unfall, wer noch mal so richtig im Mittelpunkt stehen will, um möglichst viel Aufmerksamkeit und Mitleid auf sich zu ziehen, der greift zur Krankheit. Unsere Medizin leistet dabei oft gute Dienste. Marcus Valerianus Martial, 1. Jahrhundert, spottet z. B. über einen zu früh Verstorbenen:

Das sieht so recht dem Carus gleich!
Es war der ärgste Gaunerstreich,
dass dieser Mensch so kurzerhand
sein Ende durch ein Fieber fand,
denn diesem Kerl hätt' es gebührt,
dass er vom Arzt behandelt wird.

(X 77, übers. v. Hermann Swoboda)

Dabei könnte es viel einfacher sein. Aber das ist eben Geschmackssache.
Leben und Tod sollten sich die Waagschale halten: weder sollte man leben, als würde man nie sterben, noch soll man sich dem Leben versagen und nur auf den Tod warten. Ein erfülltes Leben garantiert einen angenehmen Tod.
Es gibt eine Reihe von Übungen, mit denen man sich auf den Tod vorbereiten kann, aber es ist Geschmacksache, ob man diese Übungen macht oder nicht. Manche stellen sich in der Meditation vor, wie es ist, wenn sie tot sind. Manche schlafen einmal, mehrmals oder auch immer in einem Sarg. Auch das Stechen, wie wir es von indischen Yogis kennen, ist ein solches Mittel, das freilich auch von islamischen Mystikern, den Sufis, praktiziert wird. Sie versetzen sich durch ihre Meditation in Trance und lassen sich dann von ihrem Scheich die Wangen mit einem Finger dicken Stahl durchstechen, ohne dass es eine Verletzung gibt.
Bisher war nur von einem Teil des Todes, nämlich dem Erlöschen des physischen Körpers, die Rede. Was geschieht aber mit dem Rest, dem Astralkörper?
Der lebt zunächst noch weiter. In ihm sind alle anderen Körper noch vorhanden: der Emotionalkörper, das Denken, der Geist und vor allem die Seele und das Bewusstsein. Der Astralkörper ist noch materiell, aber für normale Menschen nicht mehr sichtbar. Traditionell sagt man, dass er noch 40 Tage auf der Erde weilt, eventuell seine Verwandten und Freunde nochmals besucht. Da sie sich selten bemerkbar machen können, lassen sie manchmal Uhren stehen oder Bilder von der Wand fallen, denn ihre Kraft ist nur gering. Manchmal machen sie sich durch irgendeinen Lärm oder Geruch bemerkbar. Oft sind sie sehr frustriert, weil sie kein Gehör finden. Sie versuchen auch, sich in den Träumen, wenn der Träumende auf Astralreise ist, mitzuteilen, was gelegentlich auch gelingt. Aber oft sagen die auf diese Weise Besuchten nur, sie hätten von dem Verstorbenen geträumt, ohne zu wissen, dass er persönlich bei ihnen war. Irgendwann löst sich dieser Astralkörper auf, so dass nur noch die Seele, das reine Bewusstsein, übrig bleibt.
In der Erde gibt es eine riesige Höhle. Kryon sagt, dass man diese Höhle sogar finden könnte, nur kann sie kein Mensch lebend betreten. Dort halten sich die Seelen auf, bevor sie inkarnieren, um sich auf die Schwingung der Erde einzustellen, und dort gehen die Seelen der Verstorbenen zunächst hin, wenn sie völlig abgelöst sind. Es gibt einen Tunnel von der Erdoberfläche aus, der in diese Höhle führt. Viele Sterbende und klinisch Tote haben von diesem Tunnel berichtet. Ich selbst war schon zweimal am Eingang dieses Tunnels, einmal in der Meditation und einmal im Traum.
Doch ist das, was der einzelne Mensch beim Sterben und nach dem Tod erlebt von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Das hängt von der Todesart ab und von den Vorstellungen, die der Mensch vom Sterben zu Lebzeiten hatte. Seine Erwartungen, falls er welche hatte, nimmt er mit, und genau das, was er erwartet hat, begegnet ihm zu¬nächst. Da gibt es z. B. die Satire von einem Mann, der in die Hölle kommt. Der Teufel macht einen Rundgang mit ihm, und es sieht da toll aus: ringsum sitzen Menschen, essen und trinken und sind fröhlich. Dem Mann gefällt dies. Doch plötzlich kommen sie bei ihrem Rundgang zu einem Gitter am Boden. Er schaut hinunter: da werden Menschen von Teufeln gequält, geschlagen, in heißem Öl gebraten usw. Erstaunt fragt er den Teufel: Wer sind die da unten? Ach, sagt der Teufel, ich weiß es auch nicht so genau, aber ich glaube, es sind Katholiken.
Auf dieser Ebene verwirklichen sich unsere Gedanken und Wünsche sehr rasch. Es ist eine wundersame Scheinwelt. Oft bleiben Menschen lange in dieser Scheinwelt hängen, vor allem, wenn sie nichts von einem Leben nach dem Tod wussten. Spricht man mit ihnen und will sie darauf aufmerksam machen, dass sie jetzt in einer anderen Dimension leben, halten sie einem für verrückt, erzählen, dass sie krank waren oder verunglückt sind und vorüber¬gehend ohnmächtig waren, jetzt aber bester Gesundheit sind. Sie gehen zur Arbeit, hängen in Kneipen herum, als Geschäftsleute machen sie bombige Geschäfte. Alles scheint bestens zu laufen.
Häufig kommen beim Tod verstorbene Verwandte, um den Sterbenden abzuholen. Manchmal sind es sogar nur Engel, die in die Gestalt Verstorbener schlüpfen, um den Sterbenden den Übergang zu erleichtern. Vor einiger Zeit rief mich z. B. ein Freund, dessen Mutter im Krankenhaus im Sterben lag, an und sagte, dass seine Mutter ihre Mutter am Bett hat sitzen sehen und ihn fragte, ob er sie auch sehen kann. Allerdings war die Sterbende blind. Ich habe meinen Freund dann aufgeklärt, dass seine Oma tatsächlich gekommen ist, um seine Mutter abzuholen.
Es gibt viele science-fiction-Filme, in der solche Situationen wahrheitsgemäß dargestellt werden. Besonders lehrreich ist der Spielfilm Ghost, Nachrichten von Sam.
Erschwert wird das Sterben häufig durch die Angehörigen. Es ist in unserer Gesellschaft üblich, beim Tod eines Menschen zu weinen, zu trauern. Mancherorts bezahlt man sogar Klageweiber, die gegen Geld Trauer zeigen, z. B. wird das in dem Film Alexis Sorbas makaber dargestellt. Der Sterbende wagt dann oft nicht zu gehen, weil er sieht, welchen Schmerz er seinen Angehörigen antut, vor allem wenn Kinder im Sterben liegen. Sie fühlen sich manchmal sogar schuldig.
Sicher ist es für die Hinterbliebenen oft ein herber Verlust, wenn der Partner, wenn Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester oder sogar eigene Kinder sterben, aber wir müssen jedem die Freiheit lassen, sein Leben zu beenden, wenn seine Zeit gekommen ist.
Doch dieser ganze Trauer-Zirkus zeigt die Verlogenheit unserer Gesellschaft: angeblich halten wir die christlichen Werte hoch. CDU und CSU haben das Christlich sogar in ihrem Parteinamen. Uns Christen erwartet doch angeblich eine ewige Glückseligkeit, Himmel genannt. Da müsste man sich doch über jeden Tod freuen, vor allem, wenn es sich um eine ältere oder leidende Person handelt. Andere Kulturen tun das. Moslems z. B. gehen in Weiß zur Beerdigung, nicht in Schwarz. Irgendetwas stimmt da nicht.
Schon Sokrates hatte gesagt, entweder ist, wie manche meinen, der Tod ein traumloser Schlaf oder die Überlieferung, dass die Toten weiterleben und ich dann längst Verstorbene, z. B. die Helden der Vorzeit treffe, stimmt. Auf jeden Fall ist der Tod etwas Angenehmes, auf das man sich freuen kann.
Die Unwissenheit über das Leben nach dem Leben ist heute eines der größten Probleme in der Gesellschaft, wird aber nicht einmal als Problem erkannt. Die Folge der Verdrängung und Ablehnung des Todes ist, dass die meisten Menschen unvorbereitet sterben. Von mehreren Persönlichkeiten wird die Anekdote erzählt, dass man sie z. B. beim Schachspiel gefragt hat: Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du morgen sterben wirst? Die Antwort: Ich würde weiter spielen. Doch die meisten trifft heute der Tod völlig unvorbereitet. Durch ihren unerwarteten Tod können sie sich nicht von der Erde lösen und verharren in ihrem Astralkörper und bleiben in dieser Scheinwelt, der Astralwelt hängen. Da ihr Astralkörper aber eine Energieversorgung braucht, hängen sie sich an Lebende und saugen deren Energie aus. Das ist die Ursache für die Vorstellung vom Vampirismus. Unsere Städte wimmeln von solchen unsichtbaren Vampiren. Wenn es böse Menschen waren, versuchen sie, Lebende zu Verbrechen zu verleiten oder in Unfälle zu verwickeln. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Zunahme von scheußlichen und oft noch nie da gewesenen Verbrechen auf solche Einflüsse zurückzuführen ist. Oft hängen sie sich an Angehörige. Es ist kein Zufall, dass nach dem Tod eines Mannes z. B. seine Frau nach wenigen Monaten ebenfalls erkrankt und stirbt. Solche Anhaftungen können Menschen nicht nur krank machen, sondern auch zu psychischen Störungen führen, bis hin zur Schizophrenie. Besonders Selbstmörder versuchen, andere ebenfalls zum Selbstmord zu bewegen. In ehemaligen Kampfgebieten, z. B. bei Verdun in Frankreich, und in den während des 2. Weltkrieges zerbombten Städten wimmelt es nur so von solchen Zombies. Das ist ein zunehmendes Problem, aber kaum jemand hat auch nur eine Ahnung davon.
Wenn jemand stirbt, sind immer helfende Wesen da, um dem Verstorbenen zu helfen. Manchmal werden aber Verstorbene für eine Weile in eine Art Todesschlaf gelegt, denn gerade bei großen Katastrophen wie z. B. dem Tsunami an Weihnachten 2004 reichen die Helfer nicht aus. Man kann auch als Lebender dazu beitragen, dass Verstorbene sich von der Erde lösen, indem man sie mental ins Licht stellt. Es kommt auch vor, dass wir im Schlaf auf Astralreise solchen Menschen helfen. So hatte ich z. B. vor Jahren einen eigenartigen Traum. Ich war an einem spanischen Ort, begraben unter Schlamm und Geröll. Viele Menschen waren um mich herum. Ich sagte zu ihnen: Folgt mir, ich führe euch heraus. Etwa 10 Personen folgten mir. Ich grub mich mit bloßen Händen durch das Geröll, bis ich plötzlich Licht sah. Ich sagte denen, die mir gefolgt waren: jetzt seid ihr frei. Während ich anschließend meine Hände an einem Brunnen wusch, wurde ich wach. Ich war etwas verwundert über diesen Traum. Als ich dann beim Frühstück Radio hörte, wurde gemeldet, dass an dem Ort, von dem ich geträumt hatte, durch eine Schlammlawine ein Camping-Platz überrollt worden war, wobei über 30 Menschen starben. Also hatte ich im Traum auf Astralebene Tote ins Licht geführt.
Haben die Verstorbenen die Astralebene hinter sich gelassen, gelangen sie in eine Dimension des reinen Bewusstseins. Es ist die Dimension, die von manchen Religionen als Himmel bezeichnet wird.
Viele Verstorbene berichten, dass sie sich jetzt wohl fühlen und glücklich sind wie fast nie in ihrem irdischen Leben. Diesen Eindruck vermitteln auch viele Leichname, die manchmal ein Lächeln auf dem Gesicht tragen.
Es wäre eigentlich jetzt sinnvoll, über den Umgang mit Verstorbenen zu sprechen, aber das würde den Rahmen des Abends sprengen. Überhaupt gäbe es noch vieles zu sagen, aber ich denke, für heute reicht es. Ich hoffe, dass ich manchem die Angst vor dem so genannten Tod neh¬men konnte und Mittel an die Hand gegeben habe für eine gute Sterbebegleitung.
Ich will schließen mit einem Spruch, der in Wien an einer Brücke steht. Eine Brücke ist ja ein Übergang vom einen Ufer zum andern, und oft vergleichen wir ja auch den Tod mit der Überquerung eines Flusses. Ja wir sagen sogar: er oder sie ist über den Jordan gegangen. Der Spruch an der Brücke in Wien lautet:

Alles ist nur Übergang.
Merke wohl die ersten Worte:
von der Stunde, von dem Orte
treibt dich eingepflanzter Drang.
Tod ist Leben, Sterben Pforte.
Alles ist nur Übergang.


Literatur (Auswahl):

Wickland, Carl,
Dreissig Jahre unter den Toten, Otto Reichl Verlag

Roberts, Jane,
Gespräche mit Seth

Browne, Sylvia,
Die Geisterwelt ist nicht verschlossen,
Jenseitsleben, ARKANA-Goldmann

Praagh, James van,
Und der Himmel tat sich auf, RKANA-Goldmann

Kardec, Allan,
Das Buch der Geister, esotera TB, Bauer

Herrmann, Eva,
Von Drüben, 2 Bde., Otto Reichl Verlag

Helsing, Jan van,
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann, Amadeus-Verlag
Neale Donald Walsch,
Zuhause in Gott. Über das Leben nach dem Tode, ARKANA/GOLDMANN

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Margitta
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Beitrag: # 7770Beitrag Margitta
04.03.2007, 19:36

[align=center] :spo liebe Emely das gibt doch noch viel aufschluss für bestimmte Gedanken die wir mit dem Tod verbinden
In liebe Margitta[/align]
Kein Problem wird gelöst,
wenn wir träge darauf warten,
dass Gott allein sich darum kümmert.
Martin Luther King

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